đŸŒ± Die SuperkrĂ€fte des Schneeglöckchens

Jeder freut sich, wenn er im FrĂŒhjahr die zarten, weißen BlĂŒten des Schneeglöckchens (galathus nivalis) finden kann, denn diese Pflanze signalisiert wie keine andere das Ende des Winters und den Beginn des FrĂŒhlings und der Garten-Saison. Doch hat die FrĂŒhlingsbotin von Mutter Natur so manche SuperkrĂ€fte verliehen bekommen.

’s war doch wie ein leises Singen
In dem Garten heute Nacht,
Wie wenn laue LĂŒfte gingen:
»SĂŒĂŸe Glöcklein, nun erwacht,
Denn die warme Zeit wir bringen,
Eh’s noch jemand hat gedacht.« –
’s war kein Singen, ’s war ein KĂŒssen,
RĂŒhrt‘ die stillen Glöcklein sacht,
Dass sie alle tönen mĂŒssen
Von der kĂŒnft’gen bunten Pracht.
Ach, sie konnten’s nicht erwarten,
Aber weiß vom letzten Schnee
War noch immer Feld und Garten,
Und sie sanken um vor Weh.
So schon manche Dichter streckten
SangesmĂŒde sich hinab,
Und der FrĂŒhling, den sie weckten,
Rauschet ĂŒber ihrem Grab.

„Schneeglöckchen“ von Joseph von Eichendorff
(1839)

Weiße BlĂŒten, weißer Schnee

Vielerorts sind Schneeglöckchen die ersten sichtbaren BlĂŒten des Jahres. Der schwere Schnee verdeckt noch das frische, saftige GrĂŒn und kaum ein PflĂ€nzchen schafft es durch die weiße Pracht hinaus ans Sonnenlicht. FĂŒr das Schneeglöckchen hat sich die Natur dafĂŒr etwas besonderes einfallen lassen. Im Französischen heißt das AmaryllisgewĂ€chs Perceneige (dt. die, die den Schnee durchbohrt). Die Zwiebeln sind in der Lage selbst BiowĂ€rme zu produzieren. Mit Temperaturen bis 10 Grad Celcius fĂ€llt es dem Schneeglöckchen nicht schwer, den Schnee in ihrer unmittelbaren Umgebung zu schmelzen, und sich so durch die Schneedecke dem Sonnenlicht entgegen zu bohren.

Wachs als Frostschutz

IMG_20190310_110950_973Erst einmal durch den Schnee gebohrt möchte man glauben der StĂ€ngel erfriert in der Schneedecke, aber weit gefehlt. Wunder Natur hat das Schneeglöckchen mit einer dĂŒnnen, glĂ€nzenden Wachsschicht ausgestattet, welche bei genauer Betrachtung auch mit bloßem Auge zu erkennen ist. Diese Schicht schĂŒtzt das zarte PflĂ€nzchen vor Erfrierungen durch Schnee und Nachtfrost. Deshalb kann das Schneeglöckchen manchmal bereits im Januar gefunden werden.

 

Pflanzliches „Erinnermich“

In der NaturkĂŒche ist das Schneeglöckchen nicht zu finden, da es leicht giftig ist und somit vom direkten Verzehr abzuraten ist. Sehr Wohl bedient sich aber die Medizin des Schneeglöckchens als Vorbild. Lange Zeit glaubte man gegen Demenz sei noch kein Kraut gewachsen. TatsĂ€chlich wirkt sich aber das im Schneeglöckchen enthaltene Galantamin positiv auf das Gehirn aus und kann als einziger natĂŒrlicher Stoff gegen Demenz und das Fortschreiten von Alzheimer eingesetzt werden. Da man viel zu viele Pflanzen brĂ€uchte um ausreichend Galantamin zu erzeugen, wird der Stoff nach dem Vorbild des Schneeglöckchens kĂŒnstlich hergestellt.

Nur mit den Augen bewundern

So wunderschön die zarten BlĂŒten des Schneeglöckchens sein mögen, so seltener werden auch sie, weshalb sie unter Naturschutz stehen. Das PflĂŒcken und Sammeln ist deshalb nicht erlaubt.

Von SchĂŒchternheit und Tod

Vor langer Zeit trug ein schĂŒchterner Verliebter ein Schneeglöckchen bei sich und verlieh seiner SchĂŒchternheit damit Ausdruck, damit die Angebetete darĂŒber Bescheid wisse, so war es Brauch. Doch in England darf noch heute niemand ein Schneeglöckchen mit ins Hause bringen, da es mit seinen weißen BlĂŒten den Tod symbolisiert. Ein Engel aber verwandelte nach der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies Schneeflocken in Blumen und brachte so den FrĂŒhling in den Garten, so erzĂ€hlt es eine englische Legende und als der farblose Schnee nach einer Farbe suchte, gab ihm nur das Schneeglöckchen etwas von seiner weißen Pracht ab. Seit diesem Tage ist der Schnee weiß.

Veröffentlicht von natural_philipp

mit der Natur verbunden

3 Kommentare zu „đŸŒ± Die SuperkrĂ€fte des Schneeglöckchens

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